Mario Lüttgen

*24.04.1984 - †23.10.2005

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Ohne Dich - Brief an Mario

Brief an Mario, 03.10.2006 23:55

Ohne Dich?



Mein lieber Miràcoli,

nach über 11 Monaten habe ich beschlossen, meine Gedanken in einem Brief zusammenzufassen. Es ist fast ein Jahr vergangen ohne Dich. In dem Jahr habe ich eine Menge Tiefs und Hochs erlebt, Tage, Stunden, Minuten, die durch tiefe Traurigkeit begleitet worden sind.

Im Moment bin ich sehr traurig, sitze hier, halte Dein Kuschelkissen fest, bin am weinen. Die Tränen der Sehnsucht, die Tränen der Trauer machen sich in meinem Leben breit, wie schon so oft in den vergangenen Tagen. Jeder Tag ohne Dich ist sehr schwer für mich, jeder Tag der vergeht, ist eine Qual. Ich versuche, mich sehr oft an den schönen Momenten, die wir zusammen hatten, festzuhalten, aber was oft übrig bleibt, ist die Traurigkeit, dass Du gehen musstest.

Warum?? Warum wurdest Du mir so früh genommen? Warum musstest Du gehen, nachdem Du so glücklich wurdest? Warum musste ich die Liebe loslassen, nach der ich über 26 Jahre meines Lebens gesucht habe? Warum Du? Was haben wir im Leben verbrochen? Warum musstest Du so sehr leiden? Die Fragen kann ich ganz laut in die Nacht schreien, wie ich es getan habe, nachdem Du mir genommen wurdest, aber darauf habe ich bis heute keine Antwort bekommen! War es Schicksal? War es so in unseren Leben bestimmt? Ich weiß es nicht!

Draußen wird es immer schnell dunkel, kalte feuchte Luft, die die Nächte erfüllt. Alles ist wie vor einem Jahr, als ob die Zeit für mich um ein Jahr zurück gedreht worden wäre. Nur dabei gehe ich den Weg alleine, ohne Dich. Sehr viele liebe Menschen begleiten mich, versuchen mich aufzufangen, damit ich nach vorne schaue, aber im Moment kann ich es einfach nicht. Ich gehe jeden Tag noch mal durch, was genau vor einem Jahr gewesen war und habe das Gefühl, dass Du bald noch einmal sterben wirst und ich bin so machtlos, denn ich konnte einfach nichts mehr tun. Ich habe alles, alles erdenklich Mögliche, was in meiner Macht gestanden hat, für Dich getan und trotzdem habe ich das Gefühl, es war nicht genug.

Habe ich Dir oft genug gesagt, wie sehr ich Dich liebe??

Ich weiß, dass ich die andere Dinge wie Beerdigung und Grabstein richtig gemacht habe, denn ich habe es alles so gemacht, wie wir es so oft in unser Verzweiflung besprochen haben, aber habe ich Dir wirklich oft genug gezeigt, wie wichtig Du mir bist?

Wenn ich nachts hier auf dem Bett liege, wünsche ich mir, dass Du die Tür rein kommst und zu mir sagst, ich habe dies alles nur geträumt. Aber ich weiß, dass es nur immer ein Wunsch von mir bleiben wird.

Ich weiß, ich soll nicht immer zurückschauen in die Vergangenheit. Ich weiß, es wird eine Zukunft für mich geben. Ich kann aber die Vergangenheit noch nicht loslassen, denn damit müsste ich Dich loslassen und ziehen lassen, aber ich habe Angst davor. Ich habe zu Dir gesagt, ich gebe Dich frei und jetzt darfst Du gehen, kämpfe nicht mehr für mich, denn Du wirst immer einen Platz in meinem Herzen behalten. Mario, ich habe Dich gehen lassen, weil ich Dich so sehr geliebt habe. Das einzige, was mir übrig geblieben ist, sind die Erinnerungen an die wunderschöne Zeit und Dein Grab.

In der Wohnung erinnert mich alles an Dich, jeder Teil in der Wohnung ist mit einer Geschichte der Vergangenheit verbunden. Wir haben sehr oft hier zusammen gesessen, haben zusammen geweint und gelacht. Wir haben hier alles geteilt und in den vier Wänden eine Menge Entscheidungen getroffen, die unser Leben beeinflusst haben.

Ich bin stolz auf Dich mein Süßer, denn Du hast alles sehr gut gemeistert bis zum Schluss. Du hast mit mir über Dein Gehen gesprochen, über Deine Wünsche und Hoffnungen was passieren soll, wenn Du nicht mehr bei mir sein kannst. Du hast mir eine Menge auf meinen Weg mit gegeben, den Weg, den ich noch vor mir habe.

Der Weg ist im Moment noch sehr steinig, manche Steine schiebe ich mir auch alleine in den Weg, weil es alles so weh tut. Ich weiß, dass die Wunden nie verheilen werden, denn es werden immer die Narben bleiben. Mit Deiner Homepage habe ich die Gelegenheit, anderen Menschen zu danken, die so viel in den letzten 11 Monaten für mich getan haben. Die mich in den 11 Monaten nicht fallen gelassen haben, die sind mit mir meinen schmerzvollen Weg gegangen.

Oft werde ich gefragt, wie es mir im Moment geht. Wie soll es mir denn gehen? Gut? Nein, mir geht es nicht gut, denn ich habe einen der größten Verluste meines Lebens erlitten. Ich bin traurig, weil ich Dich verloren habe, ich vermisse Dich.

In drei Wochen ist es so weit, da ist ein Jahr ohne Dich vergangen. Ich werde wie in Trance den Tag erleben und mich immer wieder fragen, was ist denn passiert? Warum?

Am 23. Oktober ist ein Jahr vergangen, es wird ein sehr schwerer Tag für mich werden. Ich habe was Besonderes für den Tag vorbereitet mit meiner Familie und Freunden. Mario, Du wirst immer unvergessen bleiben, Dich werde ich nie vergessen. Ich muss leben, denn ich habe es Dir versprochen, ich versuche immer wieder weiter zu leben. Ich hoffe, dass ich das Versprechen auch mir gegenüber halten kann und der Wunsch, Dir zu folgen nicht zu stark wird. 

Ich habe sehr vielen Menschen wehgetan, die mich sehr lieben und lieb haben, denn ich habe mich gehen lassen und habe in meiner Trauer Menschen zur Seite geschoben die mir wichtig sind. Mario, es tut mir leid, dass ich anderen wehgetan habe, aber ich bin so verzweifelt. Verzweifelt, dass ich nicht mein Leben weiter leben kann. Verzweifelt auf der Suche nach einer Lösung, wie ich weiter mein Leben gehen soll, ohne Dich. Die Menschen, die mich wirklich kennen, wissen, dass ich im Moment sehr traurig bin und auch am Boden zerstört. Verurteilen bringt nichts, besser wäre, mich aufzuheben und mir zu zeigen, wir haben Verständnis, so wie Du im Moment drauf bist und sind trotzdem für Dich da.

Ich habe den Kampf, der vor mir liegt, aufgenommen mit der Hoffnung auf ein Leben. Mit der Hoffnung, dass ich wenigstens weiter gesund bleiben werde und den Weg, den Du nicht geschafft hast, schaffen werde. Ich werde es versuchen, aber da kann ich nichts versprechen. Auch meine Gesundheit hat sich seit ein paar Monaten gegen mich gestellt. Viele sagen, es ist so, weil ich Dir folgen will und nicht mehr weiter leben will, aber dies ist nicht richtig.

Ich hoffe, Du begleitest mich weiter auf meinem Weg in meinen Erinnerungen und das Gefühl, Dich als mein Vorbild in dem Kampf zu sehen, stärkt mir den Rücken.

In ewiger Freundschaft, Liebe und Dankbarkeit.

Dein Smartilein

Marek Jan